Wasser marsch!!

Allgemein, Julian | Namibia

Der Freiwilligendienst neigt sich mit bahnbrechender Geschwindigkeit dem Ende zu. Das bedeutet persönlich, wie auch arbeitstechnisch einen Abschluss finden.
Mit dem Kids Club besuchen wir die Feuerwehr Station. Dort angekommen erwarten uns die Feuerwehrmänner und geben uns Einblick in ihre Arbeitswelt.
Wir lernen die verschiedenen Fahrzeuge, die Ausrüstung und das Werkzeug der Arbeiter kennen.

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Modernes Gerät

Mit diesem Cutter werden eingeschlossene Menschen aus ihrem Auto befreit. Um die Schneidekraft zu maximieren, wird er mit einem Generator betrieben.

 

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Interessierte Schüler

Die Feuerwehrmänner geben sich große Mühe alle Fragen zu beantworten und verständlich zu erlären. Die Arbeitskleidung darf sogar anprobiert werden.

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Eric, ein möglicher zukünftiger Feuerwehrmann?

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Jeder durfte mal spritzen

Der Besuch hat sich sehr gelohnt und war eine gelungene Abwechslung. Wir haben alle viel gelernt und sind den Feuerwehrmännern dankbar für die Möglichkeit.

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Glücklicher Kids Club

Des einen Abschied ist der Anderen Anfang, so haben wir den Kindern ein Foto von unseren Nachfreiwilligen gezeigt, die den Kids Club weiterführen werden.

 

 

Obst magst oder nicht

Allgemein, Julian | Namibia

Es ist kalt in Katima: Nachts um die 10 Grad und tagsüber um die 20.

Ein ziemlicher Temperaturabbruch im Vergleich zu dem Rest des Jahres. Umso wichtiger ist es, sich vor Erkältungen zu schützen. Aus der Kindheit ist mir der Satz:“ Kind iss doch mal ein paar Vitamine“ noch sehr präsent.
Nun bringen wir den Kindern der Mainstream Foundation einmal die Woche ein paar Kilo Orangen, Mandarinen, Äpfel und Bananen mit.

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Vitamin A,B,C,K und vieles mehr

Die Kinder freuen sich über die Abwechslung und den energiereichen Snack zwischen den Unterrichtsstunden.

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Einer nach dem Anderen

Es ist sehr bedauernswert, dass vom Office keinerlei Unterstützung zu erwarten ist. Sei es in finanzieller oder logistischer Hinsicht. Im Gegenteil, es kommt eher das Gefühl auf Gegenwind zu bekommen. Auch eine konstruktive Zusammenarbeit mit unseren Kollegen ist nicht möglich, da es in Punkten Kommunikation, Verlässlichkeit und Ambition zu große Differenzen gibt. Ich bin umso dankbarer, dass Lena und ich ein gutes Team sind und wir jeden Tag einen weiteren Schritt in unseren Projekten gehen.
Wir ziehen unseren eigenen Stiefel durch, wenn man es so will.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine Brunnen sondern Öfen bauen

Allgemein, Julian | Namibia

Der Rocket Lorena Stove-eine aus Uganda stammende Idee.

Das Kochen über offenem Feuer steht im Norden Namibias auf der Tagesordnung. Besonders in ländlichen Gegenden dienen drei Steine als Herdplatte. Diese jahrtausendalte Tradition des Kochens bietet den Vorteil der Einfachheit, jedoch mangelt es an Wärmeeffizienz.

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Mit dem Konzept des Rocket Lorena Stoves soll die Hitze des Feuers besser genutzt werden. Das Schwarz-Weiß Bild schön und gut, aber wie lässt sich das in der Realität umsetzen?

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Bob der Baumeister

Der Boden besteht oft aus Sand, weswegen ein stabiles Fundament aus Lehm unumgänglich ist. Der Sand der Zambeziufer bietet eine ideale und kostenfreie Alternative zu fertig gemischtem Zement.

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Platzhalter

Bei dem Aufziehen der Mauern muss auf zwei Einsparungen geachtet werden durch die später das Feuerholz, bzw. der Wind eindringen sollen. Die Platzhalter bestehen aus Reet und einer umwickelten Plastik Folie.

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Für das Innenleben des Herdes wird der Lehm mit Dünger vermischt. Dies erhöht die Hitzebeständigkeit, da der Dünger mit der Zeit verbrennt und Hohlräume bleiben.

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Soweto, ein unverzichtbarer Helfer

Für die Herdplatten wird Lehm entfernt, sodass ein Topf durch das Feuer direkt beheizt wird und ein Topf indirekt durch den heißen Rauch.

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Mit der Hilfe des Simbabwischen Roten Kreuzes eine machbare Aufgabe

Die Stabilität des Schornsteins wird durch das Einarbeiten von Stroh erhöht, da dieses verbrennt und kleine Hohlraume bleiben und sich somit das Gewicht verringert. Der Rauch wird durch den Schornstein kontrolliert abgegeben, sodass kaum Rauch beim Kochen eingeatmet wird.

 

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glückliche Besitzer eines neuen Herdes

Die freie Fläche neben dem Schornstein dient zum Vorbereiten von Zutaten, sodass das Essen vor Kleintieren geschützt ist.
Kurzum läuft das Projekt unter dem Schirm der Verlangsamung des Klimawandels.
Mitarbeiter des Simbabwischen Roten Kreuzes haben als Projektleiter fungiert und Namibier zu Experten ausgebildet. Diese internationale Zusammenarbeit schätze ich sehr und sehe darin ein großes Vorbild.
Jeder Ofen ist besonders, weil mit der natürlichen Vegetation eines jeden Dorfes gearbeitet wird. Es muss kein Geld ausgegeben werden und die Idee des Herdes soll in die entlegendsten Dörfer gelangen.

Alltag

Allgemein, Julian | Namibia

Heute mal kein Bericht über eine Reise. Ich möchte von meiner Arbeit beim Namibischen Roten Kreuz erzählen und kurze Einblicke in meine Freizeit ermöglichen.

Durch den groben Rahmen, den das Rote Kreuz uns Freiwilligen als Arbeit bietet, liegt es an mir diesen Raum zu nutzen und  Projekte ins Leben zu rufen.
Eine Aufgabe besteht darin Klassen 4-7 Erste-Hilfe-Unterricht zu geben. An zwei Schulen ist das Projekt abgeschlossen und an zwei weiteren läuft es gerade. Wir reden darüber, wie man den Krankenwagen ruft, sich in solchen Situationen verhält und mit Alltagsverletzungen umgeht.

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Mit jeder Schule sind auch die Kinder anders, es ist jedes Mal spannend aufs Neue. Mal habe ich das Gefühl Chinesisch zu reden, wannanders kommen die Antworten vom laufenden Band. Klassen von bis zu über fünfzig Kindern überraschen mich immer wieder mit ihrer Disziplin und Ruhe.
Zu der Klassenstufe fünf der Katima Combined School besteht eine besondere Verbindung. Es war einer der ersten Jahrgänge, der im letzten September in den Genuss unser damals noch wackeligen Erste-Hilfe-Kurse kam. Sie machten es uns leicht, empfingen uns mit offenen Armen und wollten uns gleich am nächsten Tag wiedersehen.
Mit der Eröffnung eines Red Cross Youth Clubs möchten wir uns bei ihnen revangieren und näher kennenlernen. Seit gut fünf Wochen läuft das Projekt. Einmal die Woche besuchen um die 35 Kinder am Nachmittag ihre Schule um am Youth Club teilzunehmen. Zusammen reden wir über das Rote Kreuz, vertiefen die Kentnisse über Erste Hilfe und spielen ebenso deutsche, wie namibische Spiele.

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Salzteig kneten, versuchen kann mans ja mal

Das Mafuta Day Care Centre bietet Waisen eine Möglichkeit für lau Mittag zu essen und eine Möglichkeit Vorschulkinder an die Englische Sprache heranzuführen. Der Wunsch nach Tischen für die Kinder und mehr Diversität beim Essen waren groß. Aus diesem Grund klappern wir viele Supermärkte in der Stadt ab und bitten mithilfe offizieller Briefe um Essensspenden. In der Theorie eine runde Sache, in der Praxis ist der Manager der Supermärkte nur einmal persönlich anzutreffen. Meist wird der Brief nach Windhoek geschickt und da liegt er wahrscheinlich gut. Es zeigt sich wieder einmal, dass ein offenes persönliches Gespräch mit dem Manager am gewinnbringendsten ist. Die Supermarktkette SPAR spendet noch am selben Tag.

 

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Die Mainstream Foundation, ein Waisenhaus mit einer Einrichtung für Behinderte Kinder wird einmal wöchentlich besucht und ich habe mir das Anlegen von einem neuen Beet zur Aufgabe gemacht. Zudem fungiere ich als lebendes Klettergerüst.

Der Alltag ist durch die vielen unterschiedlichen Aufgabenfelder sehr abwechslungsreich. Ich finde jedoch,  das Wort Alltag besitzt einen trostlosen Beigeschmack. Es vermittelt ein Gefühl von Stagnation, dieses Gefühl ist mir jedoch fremd. Jeder Tag ist anders und auf seie Weise lehrreich. Klar braucht es Zeit bis der Wocheneinkauf klappt, ich meinen Garten als Projekt sehe oder ein Youth Club ins Leben gerufen wird.
In Nachhinein ist diese Entwicklung sehr interessant zu sehen. Der Fokus hat sich zunehmend schärfer gestellt und ich habe das Gefühl hier ein weiteres Zuhause gefunden zu haben. Es ist schön das sagen zu können und zu wissen, dass erst die Hälfte rum ist und noch sehr spannende Erlebnisse warten.

Am Ende noch ein Nachtrag. Nach dem Etosha Video folgt nun auch ein Kapstadt Video, grüße gehen raus an Philipp, den Cutter.

 

Arbeitstitel

Allgemein, Jasper | Ghana

Dienstag, 23. Januar 2018.

 

Worin besteht im Moment mein Lebensinhalt? Das Jahr im Ausland als lebensverändernde Erfahrung, zurückkommen als fertiger Mensch. Dann in Berlin die Kurve kriegen, keiner von diesen typischen FSJ-Gutmensch-Ökos werden und die Politikkarriere starten. Zurückkommen und einfach wissen, wer man ist, was man mal macht und dabei auch noch was Gutes getan haben.

Wenn ich jetzt mal reflektiere, wie meine Erwartungshaltung vor dem 8.9. 2017 aussah, muss ich einsehen, dass ich nicht auf dem Weg bin, auch nur annähernd eins dieser Ziele zu erfüllen. Das liegt natürlich an mir, zum Beispiel weil ich den Arsch nicht früh genug hochbekommen und mich um ein neues Projekt gekümmert habe, in dem man mehr „Gutes“ tun kann. Aber es liegt auch an den Erwartungen selbst und mit denen bin ich ja nicht mal alleine unter uns Freiwilligen. Was ist also so falsch an diesen Erwartungen?

 

Wenn man sie sich nochmal durchliest, erkennt man, dass sie an ihrer Perspektive kranken. Sie sehen das Jahr und alles, was in selbigem passiert nur in Relation zur Lebenswelt in dem Moment, in dem sie entstanden sind. Es geht gar nicht um das, was man konkret erlebt, sondern nur um die Konsequenzen der Erlebnisse für die Zeit, in der das „echte Leben“ – man könnte wohl auch sagen die Karriere – weitergeht. Es geht gar nicht ums Weggehen und schon gar nicht ums Wegsein, sondern nur ums Wiederkommen. Wer so erwartet, der geht eigentlich davon aus, Berlin (oder eine dieser anderen Städte) niemals zu verlassen. Wer so denkt, glaubt, man habe in Ghana (oder einem dieser anderen Länder) das gleich Bezugssystem wie zuhause. Der unterschätzt oder vergisst einfach den Perspektivenwechsel. Der vergisst, dass die Heimat und alle Karrierepläne nicht nur in räumliche Ferne rücken. Der unterschlägt die Gegenwärtigkeit des hier Erlebten.

 

Was soll das genau heißen? Ganz einfach: Wenn durch meine Nachbarschaft eine Herde Kühe getrieben wird, dann ist das zwar ein verrücktes Erlebnis, leider hilft mir das aber nicht unbedingt, eine Entscheidung bezüglich der Wahl meines Studiengangs zu treffen. Um solche Entscheidungen zu treffen, braucht es entweder eine gewisse Distanz, um sich einmal genau zu überlegen, was man machen will oder aber es braucht das eine Erlebnis und die unmittelbare Nähe. Eine Entscheidung als Produkt einer Emotion. Oder man macht einfach irgendwas.

 

Zumindest für mein Jahr in Ghana kann ich bis jetzt sagen, dass das ganz große, alles verändernde Erlebnis noch auf sich warten lässt. Aber es gibt viele Eindrücke, auch extreme, die auf mich einstürmen. An erster Stelle ist da sicherlich das Gespräch mit einem Straßenkind zu nennen: 17 Jahre alt, spricht kein Englisch (Amtssprache hier), 4. Klasse nicht geschafft (da war er 13), Freundin schwanger, schläft auf der Straße und wäscht in der Innenstadt Autoscheiben an roten Ampeln. Das ist dann sehr nah, so etwas aus erster Hand zu hören. So nah, dass man natürlich keine adäquaten Antworten auf das Erzählte findet. Weder für ihn noch für mich. In solchen Situationen fehlt mir auch noch Wochen nach der Begegnungen die Distanz, um das ganze so umzudeuten, dass es in meine eigene Lebensgeschichte passt. Was heißt das für mich, dass ich jetzt diese Geschichte gehört, aber in ihrer Tragweite sicher noch nicht verstanden habe. Welche Schlüsse muss ich daraus ziehen? Was muss ich mal machen, damit ich mithelfen kann, so etwas zu verhindern? Welches Studienfach muss ich jetzt wählen? Keine Ahnung.

 

Es ist mir unmöglich, mich jetzt in den nächsten Wochen festzulegen, was ich studieren oder gar mal arbeiten will (Bewerbungsfristen für einen Studienbeginn zum Wintersemester rücken ja näher). Vielleicht wird mir irgendwann in ferner Zukunft durch die zeitliche Distanz mal klar werden, welche Bedeutung diese Begegnung für mein Leben hatte, aber jetzt habe ich keine Ahnung. Aber vielleicht ist das gerade das Gute an diesem Jahr: Man muss es nicht im Zusammenhang mit einer linearen Karriere sehen (auch wenn das vor dem Jahr bestimmt die meisten mehr oder weniger offen getan haben) es funktioniert auch als in sich abgeschlossener Lebensabschnitt. Nicht ganz in sich abgeschlossen natürlich. Irgendeinen Einfluss wird das schon haben, aber für das Jahr an sich ist es nicht wichtig, zu wissen welchen. Ein Jahr lang darf einem – finde ich – Schule, Uni, Jobben egal sein. Es muss sogar sein, sonst war man nie richtig weg. Die Probleme im Jetzt sind gerade zu Recht wichtiger und das ist etwas, was man genießen sollte. Und wenn man abgefuckt ist von seiner Arbeit, dann darf man sich dran erinnern wie entspannt das Leben gerade ist. Nicht, weil alles einfach ist, sondern weil es das Jetzt ist, um das man sich kümmern muss und nicht das Morgen.

Wie erlebe ich viel in kurzer Zeit? Versuchs mit Reisen.

Allgemein, Julian | Namibia

Swakopmund ruft mal wieder und diesmal machen sich alle Rot Kreuz Freiwilligen auf den Weg, es steht ja Weihnachten vor der Tür. Um richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen, besuchen wir am 22.Dezember ein Festival, bei dem wir an einem Volleyballtunier teilnehmen. Die perfekte Abkühlung zwischen den Spielen bietet das Meer mit Blick auf die Dünen. Angefeuert vom Team Namibia und den pulsierenden Bässen erzielen wir den 4. Platz.
Der 24. startet mit einem Tennistunier und die weihnachtliche Stimmung erreicht ihren Höhepunkt beim Döner Essen am Mittag.
Das Wichteln nachmittags füllt bei den Meisten den Shampoovorrat wieder auf und das Singen in der Kirche treibt manche zu gesanglichen Höchstleistungen.
Den Abend lassen wir mit einem typisch namibischen Braai ausklingen.
Ich denke genau diese Verbindung von typisch Namibia und zum Beispiel den deutschen Cafés ist, was Swakopmund zu einem besonderen Ort macht.

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Team Katima in traditionellen Gewändern

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Team Quäse

Kapstadt (243)

Es weihnachtet sehr

Der nächste besondere Ort befindet sich in Südafrika und heißt Kapstadt.
Appartements mit Pool, Möglichkeiten zum Kochen, fast alle Rot Kreuz Freiwilligen und Silvester vor der Tür. Famose Aussichten.
Seit Berlin wieder eine Milionenstadt zu sehen tut definitiv gut. Mit über drei Millionen Einwohnern hat Kapstadt mehr als ganz Namibia.

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Relikt von der WM 2010

Wir erkunden die Stadt per Fuß, Sightseeingbus und Quantum.
Das Stadtviertel Bo-Kaap, welches im 18. Jahrhundert von freigelassenen Sklaven erbaut wurde bietet uns einen historischen Einblick in die doch sehr moderne Großstadt. Bekannt ist das Viertel für die vielen bunten Häuser und Moscheen.

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Besuch aus Deuschland

Mit einem Sightseeingbus unternehmen wir eine Tour, die uns einmal um den Tafelberg führt. Ein Stopp im Botanischen Garten wird eingelegt und mir wird bewusst, wie nah sich Großstadt, Berg und Meer sind. Eine Kombination, die es nur in wenigen Städten der Welt gibt.

 

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Auf einer Brücke durch die Baumwipfel ist der Blick genial

 

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Eine Open Air Bühne, die zum Träumen anregt

Weiter geht die Fahrt im Bus, sodass der Tafelberg von allen Seiten abgelichtet werden kann. Die Diversität der Vegetation und das Relief während der Fahrt beglücken mich sehr. Zum einen 30 Meter hohe Bäume, Palmen oder Sträucher und zum Anderen das Meer, Täler und Berge.

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Eine andere Sightseeingtour führt uns an den südwestlichsten Punkt Afrikas, dem Kap der guten Hoffnung. Auf der Fahrt dorthin macht uns der Nebel über dem Meer bewusst, dass wir für Urlaub früh dran sind.

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mystisch

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Kapstadt (1910)

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Team Berlin, sind ja nur 9575km nach Hause

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Team Namibia

Auf dem Rückweg vom Kap der guten Hoffnung schauen wir noch in Simons Town vorbei.

 

 

Kapstadt (1998)

Kapstadt (1985)

Bild aus dem Reiseführer…?

Dann steht auch schon das neue Jahr vor der Tür.
Wie auch schon in Swakopmund zaubern Louis und ich, besser bekannt als Arne und Olli, für das Team diverse Gerichte.

 

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Silvesterdinner

Für einen gelungenen Einstieg ins Jahr 2018 gehen wir zur Waterfront und bekommen ein kurzes aber knackiges Feuerwerk über dem Meer. In der Longstreet, vergleichbar mit dem Ku’damm, bietet uns ein Club Gelegenheit die ersten Momente des Jahres zu genießen.

Der letzte Programmpunkt in Kapstadt ist die Besteigung des Tafelbergs. Eine Wanderung, die eine gute Stunde dauert fordert den Wasserhaushalt des Körpers heraus.

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umso schöner die Aussicht

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Es war ne starke Zeit, danke!

Diese schönen Erlebnisse in Kapstadt hätte ich auch sehr gerne mit einem bestimmten Ghanaer geteilt, doch man sollte die intrakontinentalen Flugpreise nicht unterschätzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

100

Allgemein, Jasper | Ghana

Mehr als 100 Tage bin ich jetzt in Ghana – beinahe ein Drittel meiner Zeit hier ist schon rum. Ich habe Ferien, Weihnachten ist nur noch ein paar Tage entfernt und das Jahr neigt sich dem Ende. Zeit für ein erstes Fazit. Wo fängt man da am besten an? Beim Essen. Das ist schonmal richtig gut und ich weiß, dass ich es in Berlin vermissen werde. Damit wäre das wichtigste geklärt. Davon abgesehen gibt es diese Momente, in denen mich alles ankotzt: Die Arbeit mit den eigentlich coolen Kollegen und reichen Kindern, die zwar Sicherheit, Routine und daher eigentlich Sorgenfreiheit offeriert, auf der anderen Seite aber auch der Bezeichnung „soziales Projekt“ kaum gerecht wird, da sie ja im Grunde ein Unternehmen und keine NGO ist, Gewinn erwirtschaftet und mir fast all meine Zeit raubt. Das stürzt einen in eine Existenzkrise: „Wozu bin ich hier eigentlich gut?“ Aber nicht nur die Arbeit auch diese Stadt; Accra das Moloch. Während ich schreibe, sitze ich mal wieder im Trotro und genieße seit 1 1/2 Stunden Stop and Go – mit der Aussicht auf noch mindestens eine weitere Stunde – bin eingeklemmt auf meinem Sitz zwischen zwei dicken Frauen „im besten Alter“, die ich leise auf Deutsch murmelnd leidentschaftlich für ihre Körperfülle und ihre Frechheit, sich dann ausgerechnet  neben mich zu setzen, verfluche. Ich schwitze, wie meine Nachbarinnen auch, atme die von Abgasen, Staub, Hitze und Feuchtigkeit schwere Luft. Diese Stadt ohne Grünflächen, mit wenigen schönen Häusern, die lieber mit Straßen punktet, die sich in zwei Kategorien einteilen lassen: Leer dafür nicht asphaltiert, staubig, nach Regen teilweise kaum passierbar und ein Albtraum für die Federung eines jeden Fahrzeugs oder mit schönem Straßenbelag, dafür zu den Stoßzeiten (in manchen Fällen auch einfach immer) verstopft. Der Müll in den offenen Rain Gutters, die in der Hitze fröhlich vor sich hin stinken. Der brennende Plastikmüll und die Schwaden puren Krebs, die man als dessen Produkt einatmet. Die aufdringlichen Verkäufer in Madina, der Sexismus, die arbeitenden Kinder, die Religion! Und zu guter letzt diese merkwürdige Einstellung zur afrikanischen (Entwicklungs-) Politik, die mir schon mehrmals in Gesprächen begegnet ist, die Verschwendung und Korruption als „afrikanische Mentalität“ bezeichnet und afrikanischen Polit-Eliten die Fähigkeit abspricht, für nachhaltige Entwicklung zu sorgen. Das klingt nach einem selbstzerstörerischen, umgekehrten Rassismus, nach einer Art panafrikanischem Selbsthass. Sicher, das sind starke Worte und natürlich darf man das so nicht pauschalisieren, aber solche oder ähnliche Denkmuster begegnen mir immer wieder in Gesprächen sei es mit Kollegen, der Familie oder mit Leuten, die ich auf der Straße treffe. Das heißt also nicht Ghanaer hassen Afrika, sondern zeigt (post-)kolonial-rassistische Denkmuster der Europäer spielen auch hier eine fatale Rolle (das AFS-Vorbereitungsseminar lässt grüßen). Das manifestiert sich auch in Leuten, die rufen: „Ey Obruni!(=Weißer/Nicht-Afrikaner)“, einen dann scherzhaft nach Geld fragen oder dein „Freund“ werden wollen oder einem eine andersartige Sonderbehandlung zu kommen lassen, weil man weiß ist. Bei Kindern ist das noch irgendwie verständlich, weil man ja so offensichtlich anders ist. Bei Erwachsenen hingegen ist jede Form der (positiven) Sonderbehandlung, die über Gastfreundschaft hinaus geht, ziemlich unangebracht und im Grunde nur sehr, sehr traurig. Eine solche Aufwertung eines Weißen ist ja auch immer irgendwie eine Abwertung eines Ghanaers. Dabei gibt es herausragende politische Persönlichkeiten auch in der ghanaischen Geschichte. Als offensichtlichstes Beispiel ist hier natürlich Kwame Nkrumah zu nennen, der Ghana 1957 als erste afrikanische Kolonie in die Unabhängigkeit führte. Im Kwame Nkrumah Memorial Park bekommt man einen kleinen Einblick in seine politischen Überzeugungen. Offensichtlich anti-kolonialistische Einstellung, vom Panafrikanismus beseelt und scheinbar mit Hang zum Sozialismus. Nicht zu vergessen Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan. Eigentlich der Beweis, dass Ghana große Politiker hervorbringen kann. Trotzdem überwiegt bei vielen, die ich bis jetzt gesprochen habe, die Frustration über Korruption und nicht eine politische Aufbruchsstimmung. Aber die ghanaische Demokratie ist noch jung. Das kommt noch. Bestimmt.
Das klingt so, als hätte ich ein richtig beschissenes Jahr. Doch jetzt kommt natürlich das große Aber. Neulich habe ich seit langem mal wieder „Schwarz zu blau“ gehört. Ich rede hier viel über Berlin. Wenn ich an Heimat denke, denke ich an Berlin – nicht so sehr an Deutschland. Hier im Ausland bildet sich eine ganz merkwürdige Heimatverbundenheit heraus. Ich will, dass die Leute, die ich treffe, wissen, wo ich herkomme und wie cool es da ist. In Berlin war ich längst nicht so ein Berlin-Enthusiast wie ich es hier geworden bin. Als Enthusiast neigt man dazu, die Wahrheit ein bisschen zu beschönigen. Das wurde mir klar als ich diesen Song wieder gehört habe. Und mir wurde klar, dass man Berlin nicht liebt, weil es so schön. Man liebt es (auch) für seine Hässlichkeit. Man liebt Steglitz/Friedenau dafür, dass es so langweilig ist in einer krassen Stadt. Man liebt sogar Spandau dafür, dass es so am Arsch der Welt ist. Nun ist Accra Berlin in Sachen Hässlichkeit noch um einiges voraus. Aber es ist lebendig, immer in Bewegung, immer laut. Es ist divers: Shopping Malls und Märkte, auf denen der Fisch in der Äquatorsonne stinkt. Wenn ich also aus dem Trotro steige, von der belebten Hauptstraße auf die ruhigen und staubigen Rough Roads einbiege, ahne ich, dass am Ende dieses Jahres Accra eine weitere Heimat sein wird. Accra ist vielleicht kein optimales Urlaubsziel, aber ich mache ja auch keinen Urlaub. Ich arbeite hier. Ich lebe hier. Ich habe hier das spannendste Jahr meines Lebens, das meine Blickwinkel ändert auf Geschichte,  Politik, Umweltschutz, Religion und auf so ziemlich alles andere auch. Zum Glück besteht mein Dasein hier aber nicht nur aus Accra, denn Accra ist noch viel weniger Ghana als Berlin Deutschland ist. So langsam lerne ich auch den Rest Ghanas kennen und klappere die Küste ab. Ich schreibe diese letzten Zeilen am Strand von Cape Coast, einem touristischen Highlight Ghanas, in einer Hängematte am Strand unter Palmen. Die Hängematte schaukelt im Takt der großen Atlantikbrecher. Cape Coast ist ganz anders als Accra. Die Straßen sind gut, die Gebäude mehrstöckig und schon älter. Es gibt eine alte Burg, ein Fort und alte Kirchen. Insgesamt ist Cape Coast, das noch einen schönen Strand zu bieten hat, ein beschauliches Städtchen. Gestern war ich im St. George’s Castle in Elmina (der nachbarstadt), dem ältesten europäischen Bauwerk südlich der Sahara (erbaut 1482), und in der Burg in Cape Coast. Diese eindrucksvollen und merkwürdig verschiedenen Bauwerke spielten Schlüsselrollen im transatlantischen Sklavenhandel und vereinen auf faszinierende und verstörende Weise die Schönheit der Landschaft und der Architektur und die Grausamkeit der Briten, Dänen, Niederländer und Portugiesen, die in diesen Burgen lebten, und ihrer Taten. Beide Besuche waren wirklich bewegend. Der heutige Tag konnte den gestrigen aber noch übertreffen. Noch vor acht (kurz mal aus der African Time ausgebrochen) waren wir am Kakum Nationalpark. In einer kleinen Gruppe konnten wir deshalb als erste heute die größte Tourismusattraktion des Landes erleben. Den Kanopy Walkway. Auf gut 40m Höhe läuft man über 300m auf schwingenden Hängebrücken zwischen den Wipfeln der Regenwaldriesen. Unvergesslich dieser Blick. Die anschließende einstündige Führung durch den Regenwald – wir zwei Berliner sind allein mit einem Guide (2+1=3 quick maths) unterwegs – steht dem Kanopy Walkway allerdings in nichts nach. Als wir aus dem Regenwald zum Besuchercenter zurückkehren lärmen gerade die ersten Touristengruppen zwischen den Baumwipfeln. Schwer vorstellbar, dass diese Leute ein ähnlich intensives Erlebnis haben werden wie wir. Was ist also das Résumé am Ende des alten und am Anfang des neuen Jahres? Es gibt einiges, was ich verändern kann und muss, um dieses Jahr noch sinnvoller und intensiver zu machen aber vieles ist einfach nur gut so wie es ist. Ich bin hier am richtigen Ort. Ach ja und an Julian, Leah, Bruno und all die anderen, die da waren: Niemand braucht Cape Town, wenn man Cape Coast haben kann.

 

 

Get ready with me

Paula | Paraguay

Es ist halb 7 und mein Wecker klingelt. Ich drücke auf “schlummern” und schlafe weiter. Fünf Minuten später werde ich erneut von Simple Plan und Sean Paul geweckt, die ironischerweise vom “Summer Paradies” singen. Ich hasse dieses Lied. “Was für ein Paradies”, frage ich mich und bemitleide mich selbst und mein hartes Leben. Nachdem es jetzt bereits fast 7 ist, schäle ich mich aus dem Bett. Die Nacht habe ich sogar fast durchgeschlafen. Nur durch das ständige Wassertrinken renne ich 1 bis 4 mal in der Nacht auf die Toilette. Nachdem ich es aus der Dusche und in meine Klamotten geschafft habe (seitdem ich hier bin verfluche ich meinen “all-black-everything” Kleiderschrank), trinke und esse ich schnell etwas und stelle erschreckt fest, dass ich schon wieder viel zu spät bin. Mein zweiter Gedanke ist dann: der Bus kommt eh nicht, also ist es auch egal wann ich losgehe. Ich weiß ganz falsche Herangehensweise, dadurch komme ich auch jeden Tag mindestens 15 bis 30 Minuten zu spät, aber man muss sich ja auch anpassen. Trotzdem verlangsame ich meine Schritte, als ich das Haus verlasse und schlender eher zur “Bushaltestelle” ( aka ich stelle mich an den Straßenrand, wo immer ich auch will ). Heute habe ich mal richtig Glück und nach ein kurzen und knackigen Wartezeit von nur 40 Minuten, entdecke ich meinen Bus. Uhrzeitupdate: 8:02 Uhr. Meine Arbeit beginnt um 8 Uhr. Eigentlich. Im Mercardo in San Lorenzo ist heute nicht so viel los, daher bin ich fast pünktlich um 8:26 Uhr in der Guardería. Ich werde freundlich von meinen Arbeitskolleginnen begrüßt, mit einem herzlichen “Hola Tia Paula!” von den Nonnen willkommen geheißen und durch Schreien, Rennen und An-mich-ranhängen von den Kindern empfangen. Ab jetzt beginnt mein Tag. Ich bastel, tröste, renne, putze, male, schimpfe, lache, frage mich warum ich das alles freiwillig mache, singe Kinder in den Schlaf, tanze, atme durch, verfluche die Hitze, halte inne und bin dankbar wie noch nie für eine Klimaanlage, bete, singe, stelle meiner Kleiderauswahl in Frage: “Was hab ich mir dabei gedacht diese lange schwarze Hose anzuziehen?”, lobe und bin einfach da für jeden, der mich braucht. Nach offiziellen 8 Stunden bin ich fertig. Mit den Nerven und auch sonst. Ich verabschiede mich von allen und freu mich schon auf den Heimweg. Ich öffne die Tür und blinzeln in die glühend brennende Mittagssonne. “Toll”, denke ich, “Hautkrebsprävention wird ja sowieso überbewertet”. Irgendwie schaffe ich es dann nach Hause. Nach einer erneuten unendlich lange Wartezeit, dem Leiden im Bus, der einfach auch gerne mal 10 Minuten in der fast im Zenit stehenden Sonne verweilt und der Freude den 50 Grad heißen Bus zu verlassen und in der 37 Grad heißen Umgebung abzukühlen. Auch zu Hause werde ich stürmisch begrüßt. 6 Hunde. Und eine glücklich flötende Gastmama “Hola Señorita, qué tal?”. Erschöpft lasse ich mich auf den Stuhl fallen. Die 20 Kinder in meiner Gruppe, die Hitze und die lange Wartezeit haben diesen Zustand kreiert. Ich unterhalte mich noch mit meiner Gastmama, die sich ein weiteres Mal darüber amüsiert, dass ich 37 Grad als Hitze bezeichne und belehrt mich, dass der Sommer noch kommt. Ick freu mich. Noch mehr freue ich mich über die kalte Dusche und mein Bett. Wenigstens für eine halbe Stunde…

Mama und Papa, das ist euer Weihnachtsgeschenk 2017 ich hoffe es gefällt euch, frohe Weihnachten!

Kirche

Allgemein, Leah | Südafrika

Sonntag, kurz nach neun Uhr morgens- an vielen Orten auf der Welt machen sich um diese Zeit wahrscheinlich viele Menschen auf den Weg in die Kirche.                                  An einem Sonntag Ende im November hetzten auch Kira und ich, nach ewigem Hin und Her, was wir denn nun anziehen dürfen( nur Rock ist erlaubt, am besten lang, Schultern bedeckt, Kopfbedeckung-ja oder nein?), zur Kirche. Wir rennen die zehn Minuten Fußweg ins Township, wo wir uns mit Noni treffen wollen, weil wir eigentlich schon ein bisschen spät waren. Dort warten wir dann aber erstmal noch ein bisschen, bis sie noch ihren Schlafanzug tragend kommt und wir dann bei ihr zu Hause noch warten, bis sie sich ihre Uniform für die Kirche angezogen hat. African Time eben.

Heute ist ein besonderer Tag. Noni und ein paar andere Frauen werden in einer Zeremonie in den engeren Kreis der Kirche eingeweiht, weshalb alle ihre traditionellen Uniformen tragen müssen. Wir laufen dann nocheinmal ungefähr zehn Minuten bis zu der Hütte, wo die Kirche ist. So weit drinnen im Township war ich vorher auch noch nie. In dem Moment, als wir durch die Tür treten, wird uns klar, dass wir die „gemütliche“ passive Zuschauerrolle von Anfang an abschreiben können.                                                    In dem Raum befinden sich schon ein paar Frauen (die Männer ziehen erst ein, wenn alle Frauen schon sitzen) und von jeder werden wir einzeln begrüßt. Wir dürfen uns hinten auf Bänke sitzen, denn die Stühle davor sind nur für die Frauen, die schon so eine Zeremonie hatten und die Männer sitzen noch mal weiter vorne und seitlich. Aber gesessen wird während des viereinhalbstündigen Gottesdienstes eh sehr wenig.

Mindestens alle vier Sätze fängt irgendjemand an, bestimmte Melodien oder Worte zu singen und dann stimmen alle ein und fangen an zu tanzen. Ungefähr jedes zweite Mal, wenn das passiert, kommen dann alle vorne in der Mitte zusammen und es werden bestimmte Tanzschritte im Kreis ausgeführt(Langsam wundert es mich auch nicht mehr, wie die angekündigte Länge des Gottesdienstes zu Stande kommt) Zu jedem Lied hauen alle im Rhythmus auf ein Kissen aus Leder. Noch während des ersten Liedes bekommen Kira und ich solch ein Kissen in die Hand gedrückt und uns wird symbolisiert, dass wir mit nach vorne in den Kreis kommen sollten. Nach anfänglicher Überforderung- der Gottesdienst wird in Xhosa abgehalten, sodass wir außer ein paar Übersetzungen von Noni und meiner Sitznachbarin so gut wie nichts verstehen- haben wir nach den vier Stunden das ständige Aufstehen, das Klatschen, die Tanzschritte im Kreis und einige Melodien und Xhosa-Lieder ganz gut drauf.

Dieser Ablauf wird unterbrochen, als alle anfangen zu beten. Ich kannte bis jetzt Beten so, dass jeder leise und für sich ist, weshalb ich mich kurz erschrecke, als alle anfangen zu schreien, zu flehen und einige sich so in Rage reden, dass sie anfangen, zu weinen und zu zittern. Und genau das gleich beobachte ich auch bei Noni, als sie nach vorne gehen darf, um die Predigt zu halten.

Auch wird mir wird erst klar, wie besonders es für viele ist, dass wir da sind, als exrta nur für uns beide gebetet und ein Englisches Lied gesungen wird. Erst nach dem Gottesdienst wird mir erzählt, während wir mit Pfarrer und den Kirchenältesten fotografiert werden und gefragt werden, wann wir denn das nächste Mal kommen würden, dass wir die ersten Weißen sind, die dort waren.

Nach den viereinhalb Stunden Gottesdienst und einem gemeinsamen Mittagessen in der Kirche, laufen Kira und ich dann völlig erschöpft und überwältigt von dem Vormittag und auch von der Dankbarkeit und Gastfreundschaft, die uns entgegengebracht wurde, wieder nach Hause.

 

Beim Teufel am Abgrund baden

Allgemein, Julian | Namibia

Nur knapp drei Stunden von Katima entfernt stürzt der Sambesi 110m in die Tiefe.
Jedes Jahr, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde.

Auf der Fahrt dorthin passierten wir Botsuana, Sambia und unsere Unterkunft für die Nacht lag in Simbabwe. Vier Länder an einem Tag, das haben wir dem einzigen Vierländereck auf der Welt zu verdanken.

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Botswana. Afrikanische Natur aus dem Bilderbuch.

Mit jeder Landesgrenze füllt sich der Reisepass, ebenso wie die Freude Erinnerungen an diese Reise zu besitzen.
Nach doch längerer Fahrt als gedacht erreichen wir am frühen Abend Livingstone (Sambia). Über eine schmale Brücke gelangen wir zum Ort Victoria Falls (Simbabwe), wo wir nächtigen.

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Blick von der schmalen Brücke, links Sambia und rechts Simbabwe

Von den Einheimischen Kololo werden die Fälle Mosi-oa-Tunya („rauchender Donner“) gennant, weiter verbreitet ist jedoch der Name Viktoria Fälle.
Zu Ehren der damaligen britischen Königin wurden die Wasserfälle von David Livingstone im Jahr 1855 nach Ihr benannt. Er war der erste Europäer, der die Wasserfälle zu Gesicht bekam und nach ihm wurde eine Insel nahe des Abgrungs benannt. Er sagte über diese Naturgewalt, es sei das Schönste in Afrika was er je gesehen habe.
Dies kann ich nur bestätigen. Im Gegensatz zu Herrn Livingstone habe ich nicht halb Afrika bereist, jedoch ist dieses Naturspektakel bezaubernd.

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Früh am Sonntagmorgen brechen wir zur Livingstone Island und Devilspool Tour auf. Ein Boot bringt uns auf die geschichtsträchtige Insel, die mit ihren vielen verflochtenen Pflanzen an einen Urwlad erinnert. Von dort ist Schwimmen angesagt, um zum Devilspool zu gelangen.
Immer wieder erstaunlich, dachte ich beim Schwimmen, dass sich wirklich kein Krokodil oder Nilpferd in Wasserregionen mit starken Strömungen verirrt.
Kam mir in jenem Moment jedoch sehr gelegen.
So was ist jetzt dieser Devilspool?

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Richtig, ein kleines Schwimmbecken direkt am Rand des Abgrunds. Gefährlich ist da gar nichts, da man es wirklich wollen muss abzustürzen. Erst wenn die Regenzeit anfängt wird es ungemütlich, ab Januar ist der Pool geschlossen und ist erst wieder im September erreichbar. Wir sehen den Sambesi also bei Wassertiefstand, dahingehend freue ich mich schon auf den nächsten Besuch bei Wasserhöchststand.
Wieder ist eine einmalige Reise abgeschlossen und Team Rundu und Team Katima haben es gemeinsam gemeistert.

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